Frechen erkämpft sich nach sehr schlechter Phase noch einen Punkt.
Im letzten Saisonspiel der Regionsklasse Männer trennten sich TuS Rheindorf II und HSV Frechen III mit einem 33:33-Unentschieden. Zur Halbzeit lag Rheindorf noch knapp mit 15:16 zurück, kam danach aber stärker aus der Kabine und übernahm zunächst die Kontrolle.
Nach Wiederanpfiff zeigte Frechen kaum Präsenz. Aus der knappen Führung kippte das Spiel klar in Richtung Rheindorf. In der 50. Minute führte Rheindorf bereits mit 32:23. Frechen lag damit zwischenzeitlich mit neun Toren zurück.
Danach hat Frechen aber wieder verstanden, dass sie doch Handball spielen können. Die Konzentration wurde wiedergefunden und man gewann sowohl im Tor als auch in der Abwehr wieder an Selbstvertrauen. Dadurch kam man mit eigener stärke wieder zurück. Frechen nutzten diese Phase konsequent aus und kämpften sich Tor um Tor an den Gegner ran. In der Schlussminute drehte Frechen das Spiel sogar auf 32:33.
Trotz dieses Rückschlags zeigte Rheindorf, dass sie nicht aufgegeben hatten. Mit einem Tor Rückstand und nur noch 9 Sekunden auf der Uhr schafften sie in der letzten Sekunde den Ausgleich zum 33:33.
Besonders hervorzuheben sind A. Zehnpfennig, der den Kasten in den letzten 10 Minuten fast komplett sauber hielt und J. Hartlepp, welcher in seinem Debüt an seinem Geburtstag direkt 7 Tore für den Mythos gemacht hat.
Am Ende bleibt ein Spiel mit zwei Gesichtern: starke Phasen, viel Offensive und ein großer kämpferischer Einsatz, aber auch eine zu lange Phase der Unkonzentriertheit. Die Mannschaft muss sich ihrer Schwachen Phasen bewusstwerden und aktiv daran arbeiten. Das Ziel für die neue Saison ist klar: Die Konzentration auf dem Platz muss konstanter werden, damit man nicht immer einem Rückstand hinterher rennt.
Die zweiten Herren des HSV Frechen haben am letzten Spieltag der Saison ein echtes Handball-Drama für sich entschieden und sich mit einem 31:29-Erfolg gegen die Zweitvertretung von SC Fortuna Köln den Klassenerhalt gesichert. Die Ausgangslage vor der Partie war eindeutig: Nur ein Sieg würde reichen, um sicher in der Liga zu bleiben. Entsprechend motiviert und fokussiert gingen die Kesselbrenner in dieses alles entscheidende Heimspiel.
Die Anfangsphase verlief zunächst ausgeglichen. Fortuna hielt von Beginn an stark dagegen und machte schnell deutlich, dass die Gäste dem HSV nichts schenken würden. Beide Mannschaften lieferten sich ein intensives Spiel, doch mit zunehmender Spieldauer bekam Frechen vor allem defensiv Probleme. Der Zugriff auf die Rückraumschützen fehlte immer wieder und auch im Angriff fanden die Gastgeber nicht die besten Lösungen, um zu klaren Abschlüssen zu kommen. So gelang es Fortuna, sich Stück für Stück abzusetzen. In der 24. Minute betrug der Rückstand bereits sechs Tore. Zwar konnten die Kesselbrenner bis zur Pause noch etwas verkürzen, dennoch ging es mit einem deutlichen 12:17-Rückstand in die Kabine.
Dort fanden die Coaches offenbar die richtigen Worte. Die Mannschaft nahm sich vor, konzentriert weiterzuarbeiten, nicht den Kopf hängen zu lassen und sich Schritt für Schritt zurück in die Partie zu kämpfen. Genau das gelang eindrucksvoll. Der HSV zeigte in der zweiten Halbzeit eine enorme Moral, verteidigte aggressiver, spielte vorne mutiger und kämpfte sich Tor um Tor heran. Bis zur 36. Minute dauerte die Aufholjagd, ehe schließlich der umjubelte 26:26-Ausgleich gelang.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt begann die absolute Crunch-Time. Das Spiel war nun völlig offen und beide Mannschaften warfen alles hinein. Die Kesselbrenner kämpften leidenschaftlich um jeden Ball, warfen sich in jeden Zweikampf und zeigten in dieser entscheidenden Saisonphase genau die Mentalität, die es braucht, um die Klasse zu halten. In den Schlussminuten behielt der HSV schließlich die Nerven, setzte die entscheidenden Treffer und belohnte sich am Ende mit einem verdienten 31:29-Heimsieg.
Mit diesem Erfolg verhinderten die zweiten Herren den Abstieg und krönten gleichzeitig eine starke Entwicklung in den letzten Wochen der Saison. Besonders die Moral der Mannschaft war beeindruckend: Nach einem deutlichen Rückstand gab niemand auf, stattdessen kämpfte sich das Team gemeinsam zurück und riss die Partie noch auf die eigene Seite.
Ein besonderer Dank gilt dabei Till Bittner und Felix Senger. Till, der eigentlich Spieler der ersten Herren ist, unterstützte die zweiten Herren insbesondere in der Rückrunde mit großem Einsatz und wichtiger Qualität. Ab der kommenden Saison wird er sich wieder vollständig auf die erste Mannschaft konzentrieren. Felix Senger hingegen hat sich mit seinen starken Leistungen in dieser Saison offiziell für die ersten Herren empfohlen und wird sich ihnen ab der kommenden Spielzeit komplett anschließen. Als verdienter Torschützenkönig der Liga verabschiedet er sich damit aus den zweiten Herren.
Ebenso verabschieden die zweiten Herren ihren Trainer Marvin Beer, der den Verein nach zweieinhalb Jahren als Trainer der zweiten Herren verlassen wird. Mit großem Einsatz, viel Leidenschaft und starker Arbeit hat er die Mannschaft in dieser Zeit geprägt und entscheidend weiterentwickelt. Vielen Dank für alles, Marvin, und für deinen weiteren Weg nur das Beste! 💪
HSV: Oblontzek, Wardzinski (beide TW), Schams (1), Köhler, O. Rogowski (6), Rodenbach (4), Y. Schumacher, F. Langer, König (4), Jorczyk, Duester, Bittner (3), Walter, Hüsken (1), Senger (6/5)
Die Frechen Lions haben sich am letzten Spieltag der Saison in einem echten Handballkrimi die Vizemeisterschaft gesichert. Gegen Schwarz Rot Aachen II gewann der HSV Frechen nach einer emotionalen und bis zur letzten Sekunde umkämpften Partie mit 32:31 (19:18) und setzte damit den perfekten Schlusspunkt unter eine starke Saison.
Die Partie stand dabei vor allem im Zeichen des Abschieds von Marvin Beer, der nach vielen Jahren als Führungsspieler, Kapitän und prägende Persönlichkeit sein letztes Spiel für die erste Herrenmannschaft absolvierte. Der Rückraumspieler übernahm von Beginn an Verantwortung, führte seine Mannschaft immer wieder mit wichtigen Aktionen an und zeigte zum Abschluss noch einmal eine außergewöhnliche Leistung. Mit 14 Treffern erzielte Beer nicht nur den Bestwert der Partie, sondern zugleich auch seine persönliche Höchstmarke im Trikot der ersten Herren.
„Dass Marvin sich mit so einem Spiel verabschiedet, passt einfach perfekt zu seiner Zeit bei uns. Er hat über Jahre Verantwortung übernommen und der Mannschaft immer wieder wichtige Impulse gegeben. So einen Abschied hat er sich absolut verdient. Dass er dann ausgerechnet in seinem letzten Spiel nochmal 14 Tore wirft und wir uns gleichzeitig die Vizemeisterschaft sichern, ist eigentlich eine richtige Bilderbuch Geschichte“, erklärte Co Trainer Daniel Wardzinski nach der Begegnung.
Sportlich entwickelte sich gegen einen starken Gegner aus Aachen die erwartet schwere Aufgabe. Frechen fand offensiv immer wieder gute Lösungen, schaffte es aber lange Zeit nicht, sich entscheidend abzusetzen. Die Gäste hielten das Tempo hoch und nutzten kleine Fehler konsequent aus, sodass die Lions lediglich mit einer knappen 19:18 Führung in die Halbzeitpause gingen.
„Wir wussten, dass Aachen uns alles abverlangen wird. Das Spiel war über weite Strecken komplett offen, aber die Mannschaft hat immer wieder die richtigen Antworten gefunden und sich nie aus der Ruhe bringen lassen“, sagte Wardzinski.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie völlig offen. Beide Mannschaften lieferten sich einen intensiven Schlagabtausch, bei dem deutlich zu spüren war, dass eine lange Saison ihren Tribut forderte. Dennoch stemmten sich die Lions mit großem Einsatz gegen den Ausgleich und mobilisierten in der Schlussphase noch einmal die letzten Kräfte.
Den emotionalen Höhepunkt des Abends setzte schließlich Jonas Priel. Mit der Schlusssirene traf er zum viel umjubelten 32:31 Siegtreffer und sorgte damit für ausgelassene Szenen in der Halle.
„Nach diesem Tor sind natürlich alle Emotionen rausgekommen. Die Jungs haben sich in dieser Saison unglaublich reingehauen und sich diesen Abschluss verdient. Dass wir uns mit der Vizemeisterschaft belohnen konnten und gleichzeitig Marvin so verabschieden durften, macht diesen Abend besonders“, sagte Wardzinski.
Neben Marvin Beer wurde nach der Partie auch Nils Coenen verabschiedet, der den HSV Frechen nach zwei Jahren im Löwen Trikot verlassen wird. Coenen stand der Mannschaft im letzten Saisonspiel zwar nicht zur Verfügung, gehörte in den vergangenen beiden Jahren jedoch fest zum Team. Umso schöner war es für die Mannschaft, die Saison gemeinsam mit einem erfolgreichen Abschluss beenden zu können.
Mit dem Heimsieg sichern sich die Frechen Lions endgültig den zweiten Tabellenplatz und krönen damit eine starke und konstante Saison. Nun freut sich die Mannschaft auf eine wohlverdiente Handballpause und einen gemeinsamen Saisonabschluss auf Mallorca.
HSV Frechen:
D. Beer, Klein (beide TW), M. Beer (14/4), Priel (7), Goetz (6), Bittner (1), Förster (1), Rogowski (1), Schumacher (1), Trimborn (1), Köhler, Kurth Müller, Senger, Walter, Wagner